Fünf Fragen an...Bernd Weede

Bernd Weede kandidiert für den Stadtrat. Der gebürtige Bonner lebt hier bis heute und wuchs in Friesdorf auf. Sein Abitur erwarb er auf dem zweiten Bildungsweg und ist bereits seit seinem 15. Lebensjahr berufstätig. Er arbeitet seit 27 Jahren beim „Grünen Punkt“ und ist dort seit fünf Jahren freigestellter Betriebsrat. Der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Wir haben Bernd Weede fünf Fragen gestellt – zu seiner Arbeit als Gewerkschafter, zu seinen Zielen für die Arbeitnehmer*innen und zur Bedeutung von Solidarität.

Warum möchtest du in den Stadtrat?

In den Jahren die ich als Mitglied Kreisvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) tätig bin, habe ich erlebt, wie der Dialog mit den Arbeitnehmer*innen in Bonn immer mehr zurückgegangen ist, was meines Erachtens stark an der Wertschätzung gegenüber den Menschen liegt, die diese Stadt am Laufen und Leben halten entgegengebracht wird.
Diese Wertschätzung ist leider nicht selbstverständlich. Darum brauchen die Arbeitnehmer*innen, und nicht nur die akademisch gebildeten, eine Stimme im Rat. Eine Stimme, die ich gerne sein möchte.

Welches Thema liegt dir besonders am Herzen?

Soziale Gerechtigkeit! Durch diese Stadt geht ein tiefer Riss. Auf der einen Seite die gutverdienenden, die in Bonn gut leben und arbeiten können. Auf der anderen, die Geringverdienenden, Langzeitarbeitslosen, Aufstocker und leider auch inzwischen Normalverdienenden, die die Mieten und das Leben in Bonn nicht mehr bezahlen können.
Das betrifft vor allem die kleinsten. Jedes fünfte Kind in Bonn lebt per Definition in Armut. Armut wiederum zieht soziale Ausgrenzung und Probleme bei der Teilhabe nach sich. Das müssen wir dringend ändern, denn Bonn ist für alle da.

Was bedeutet Solidarität für dich?

Solidarität bedeutet für mich, allen Menschen das gleiche Recht und die gleiche Würde zu verleihen. Daraus ergibt sich die Verpflichtung der gegenseitigen Hilfe und das Einbringen der eigenen Stärken. Solidarität ist etwas, das selbstverständlich werden muss und weder die Gebenden auf- noch die Nehmenden abwertet.

Wie bist du zur Politik und zur SPD gekommen?

Einmal ganz abgesehen von den weltanschaulichen Übereinstimmungen zwischen mir und der SPD: Ein politischer Mensch war ich, solange ich denken kann. Dabei war mein Schwerpunkt aber immer die konkrete Interessensvertretung, in den letzten 26 Jahren als Betriebsrat. Das Ehrenamt im DGB Kreisvorstand hat mich dann letzten Endes zur Kommunalpolitik gebracht. Die Frage, wie ich mich stärker und effizienter in die Kommunalpolitik einbringen kann, dann zur SPD - nicht zuletzt auch, weil die SPD die einzige Partei ist, die in der ganzen Zeit den Dialog mit den Gewerkschaften aufrechterhalten hat.

Was ist deine Vision für unsere Stadt in fünf Jahren?

Eine realistische Version für Bonn zu haben, ist natürlich hier und heute nicht einfach. Wenn ich für meine Ideen Mehrheiten finde, ist Bonn in fünf Jahren eine Stadt mit klaren Plänen, die in der konsequenten Umsetzung sind. Wir kennen doch die Probleme in unserer Stadt. Was wir brauchen, sind erreichbare Ziele und konkrete Pläne, um diese auch zu erreichen. Das bedeutet konkret: Bonn redet in fünf Jahren nicht mehr nur über Wohnungsproblematik, sondern ist dabei, diese endgültig zu beseitigen.
Bonn hat in fünf Jahren eine Vergabepolitik, die zur Umsetzung der sozialen Ziele führt.
Bonn hat in fünf Jahren eine Stadtplanung, die diesen Namen verdient, die die Quartiere stärkt und den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Bonn ist in fünf Jahren dabei, einen Mobilitätsplan umzusetzen, mit einem attraktiven Öffentlichen Nahverkehr und Raum für alternative Verkehrsträger. Und besonders wichtig ist mir, dass Bonn den Arbeitnehmer*innen wieder auf Augenhöhe begegnet und sie in die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft einbezieht.